Auf dem Grundstück des Theaters am Schiffbauerdamm wurde die ehemalige Probebühne des Berliner Ensembles zu einer vollwertigen Studiobühne mit zwei Spielstätten umgebaut. Der dreigeschossige Bestandsbau war im Laufe seiner Geschichte mehrfach erweitert und an unterschiedliche Nutzungen angepasst worden – vom ehemaligen Lager- und Stallgebäude über Probebühne und Tonstudio bis zu Werkstatt- und Verwaltungsflächen.
Ausgangspunkt der Planung war die Neuordnung dieses heterogenen Bestands für die Anforderungen eines zeitgemäßen Theaterbetriebs. In mehreren Bauabschnitten wurden die unterschiedlichen Nutzungen neu organisiert, die Barrierefreiheit hergestellt und das Gebäude energetisch saniert. Zwei Säle und ein großzügiges neues Foyer bilden heute das räumliche Zentrum der Studiobühne.
Eine neue Hülle aus Streckmetall fasst den heterogenen Bestandsbau zu einer klaren Einheit zusammen. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall verändert sich ihre Wirkung zwischen transparenter Struktur und geschlossener Fläche. Das Fassadenkleid gibt dem Gebäude eine eigene Präsenz, ohne die unterschiedlichen Zeitschichten des Bestands vollständig zu überdecken.
Zum neu gestalteten Innenhof bildet die Studiobühne eine prägende Raumkante. Der Hof wird durch die umliegenden Gebäude als geschützter, beinahe introvertierter Stadtraum gefasst und zugleich zum gemeinsamen Vorbereich der unterschiedlichen Nutzungen des Berliner Ensembles. Die neue Fassade tritt dabei in einen unmittelbaren Dialog mit dem Bestand und gibt dem Hof einen neuen räumlichen Schwerpunkt.
Die Planung entwickelt den Bestand für seine neue Nutzung weiter und verbindet die Anforderungen an Theaterbetrieb, Brandschutz, Tragwerk und Gebäudetechnik mit einer eigenständigen architektonischen Haltung.
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Und das hat uns noch bewegt ...
... „Mit Möhring Architekten haben wir am Berliner Ensemble nichts weniger als ein richtiges Theater gebaut, das Neue Haus mit zwei Spielstätten. Das sogenannte Bauen im Bestand und im Auftrag eines öffentlichen Trägers hat die Sache mit Sicherheit nicht leichter gemacht. Corona kam dazu, mal erschwerend, mal hilfreich – endlich keine Theaterproben und Vorstellungen mehr, die die Baustelle störten. Während der zwei sich hinziehenden Baujahren lagen wir uns immer mal wieder in den Armen, weil man an den widrigen Umständen verzweifeln wollte. Aber am Ende, als alles fristgerecht und im Kostenrahmen fertig geworden war, waren wir doch verdammt stolz.
Seither sind ein paar Jahre vergangen. Das Haus ist perfekt, schön, klar und hundertprozentig zur Konzentration auf die Kunst ausgerichtet. Die Zusammenarbeit hätte nicht besser sein können, das Wichtigste aber: ein paar der architektonischen Ideen sind ein richtiger Hammer, insbesondere das gemütliche Foyer und der fabelhafte Treppenaufgang. Wir sind glücklich.“
(Intendant Oliver Reese)
Standort: Berlin
Fertigstellung: 2. Bauabschnitt 2022
Nutzfläche: 1830 m²
Auftraggeber:in: öffentlich
Leistungsphasen: 1-9 (Architektur, Innenraumplanung, Freianlagen)