Scheunentrio

Drei kompakte Wohnhäuser greifen die vertraute Typologie der Scheune auf und übersetzen sie in eine zeitgenössische Form. Große, zweigeschossige Öffnungen auf der Ost- und Westseite verbinden die Innenräume mit vorgelagerten, geschützten Loggien und schaffen fließende Übergänge zwischen Haus und Freiraum. Zwei große schwarze Schiebetore können diese Bereiche vollständig schließen und verstärken die Assoziation einer Scheune.

Im Inneren verbindet ein zentraler Luftraum alle Ebenen miteinander und macht die gesamte Gebäudehöhe erlebbar. Die offene Treppe ist wie eine skulpturale Figur zwischen die geschlossenen Raumvolumen eingestellt. Die Grundrissorganisation erlaubt dabei eine flexible Nutzung, für eine oder zwei Personen, Familien, Gäste oder auch als Ferienhaus.

Prägend für das Ensemble ist die Materialkombination aus geschwärzter Holzfassade und Reet. Das Reet wird ohne klassischen Dachüberstand über Dach und Fassade geführt und verleiht den Häusern eine nahezu monolithische Erscheinung. So entsteht eine eigenständige Neuinterpretation regionaler Bautypologien und Materialien, die sich zugleich selbstverständlich in den landschaftlichen Kontext einfügt.

Die engen Baufelder und die Vorgabe einer eingeschossigen Bauweise bildeten dabei den planerischen Rahmen. Gerade aus diesen Einschränkungen entwickelte sich die klare, reduzierte Gestalt des Häusertrios.

Projektdaten

Standort: Prerow
Fertigstellung: 2013
Nutzfläche: 135,4 m²
Auftraggeber:in: gewerblich
Leistungsphasen: 1-8 Entwurf (Architektur, Innenraumplanung, Freianlagen)

Auszeichnungen:
Landesbaupreis 2014